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Max (Mordechai) Ansbacher
Max Ansbacher wohnte mit seiner Familie in der Ludwigstrasse 10. Seine Mutter Minna und sein älterer Bruder Naftali wurden in Auschwitz ermordet. An sie erinnern heute Stolpersteine vor dem ehemaligen Wohnhaus.
Das Leben von Max (Mordechai) Ansbacher
Max Ansbacher war ein deutscher Jude, der in Würzburg lebte. 1933 schickten seine Eltern ihn mit einem Kindertransport nach Brüssel zu Verwandten. Nach der Besetzung des Landes im Mai 1940 geleitete ihn die belgische Polizei nach Frankreich. Max versuchte über Calais nach England zu entkommen; die deutschen Truppen holten ihn aber ein. Danach wurde er im Mai 1941 nach Belgien gebracht. Im Januar 1941 kam er wieder zurück nach Würzburg.
Zunächst ging er danach in München auf eine jüdische Schule, wurde nach deren Schließung zur Zwangsarbeit beim Bau eines Sammellagers und bei der Betreuung von Menschen auf dem Weg zur Deportation eingesetzt. Ende 1941 kam er zurück nach Würzburg und arbeitete hier als Kochlehrling.
Deportationshelfer
Am 25.April 1942 wird Max Ansbacher als Helfer bei der dritten Deportation aus Würzburg eingesetzt.
[…] Ich war auch dabei, als ein Transport vom Plat’scher Garten aus startete. Er liegt nicht weit entfernt vom jüdischen Krankenhaus und wir halfen beim Transport der Patienten [am 10.9.1942] und halfen auch, Essen heranzuschaffen. Auch ich wurde vom Plat’scher Garten aus deportiert [23.9.1942]. […]
Ich sah diese Leute im Plat’scher Garten, da wir etwas Zeit mit ihnen verbringen konnten – sogar einen ganzen Tag. Aber später, wenn sie die große Halle im Plat’scher Garten betraten, nachdem sie schon durch die Kontrolle durch waren, war weiterer Kontakt verboten. […] Aber wir versuchten über alle möglichen Wege mit ihnen in Verbindung zu bleiben, von Zeit zu Zeit Medikamente oder bestimmte Dinge, die sie brauchten, weiterzugeben. […]
Auf dem Foto der Gestapo vom 25.04.1942 ist Max Ansbacher als Jugendlicher abgebildet. Er steht vor einem Karren mit Gepäckstücken während der Deportation von jüdischen Mitbürgern von der Sammelstelle Platz’scher Garten in Würzburg. Max wurde hier als Deportationshelfer zwangsverpflichtet.
Deportation und Konzentrationslager
Am 23. September 1942 wurde Max, sein Bruder und seine Mutter, nach Theresienstadt gebracht. Im Oktober 1944 wurden er und seine Familie von dort nach Auschwitz deportiert. Sein Bruder und seine Mutter wurden dort ermordet. Max kam ins KZ-Dachau. Dabei überlebte er die Verfolgung und Ermordung.
Leben nach 1945
Der 18-jährige emigrierte von Belgien nach Palästina und nannte sich von nun an Mordechai. Er studierte und wurde Historiker. Nach dem Krieg schilderte er seine Deportation und seine Erlebnisse in den Vernichtungs- und Konzentrationslagern.
Mordechai Ansbacher bei seiner Zeugenaussage vor dem Eichmann-Prozess 1961.
Er arbeitete schließlich viele Jahre in der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, hier u.a. als Leiter des Museums. Er starb in Jerusalem mit 94 Jahren im Februar 2021.
Die im Text verwendeten Zitate stammen von Mordechai Ansbacher und sind entnommen aus: Das Unsagbare beschreiben – Stimmen jüdischer NS-Opfer aus Unterfranken. Ausgewählt, bearb. und hg. von Rotraud Ries, Ingrid Sontag und Elke Wagner, Würzburg 2021, https://www.denkort-deportationen.de/spuren/
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