Ludwigstrasse 10 – Wohnort von Max (Mordechai) Ansbacher
Sammellager Bibrastrasse 6
In der Bibrastraße 6 war zunächst die Israelitischen Lehrerbildungsanstalt. An ihren Gründer Rabiner Seligmann Bär Bamberger erinnert bis heute eine Tafel am Gebäude.
Zwangsquartier und Sammellager
Nach dem brutalen Novemberpogrom 1938 wurde die Jüdische Gemeinde gezwungen, das Gebäude in der Bibrastraße 6 umzubauen, so dass die NS-Behörden dort Menschen einquartieren konnten, die sie aus ihren Wohnorten und/oder Wohnungen hinausgeworfen hatten.
Von Anfang 1939 bis Juni 1943 wurde das Gebäude als Zwangsquartier und Sammellager für jüdische Menschen vor ihrer Deportation genutzt. Hier mussten jüdische Frauen, Männer und Kinder aus Würzburg und Umgebung leben, nachdem sie von den Nationalsozialisten aus ihren Wohnungen hinausgeworfen wurden.
Neben seiner Funktion als großes Wohngebäude richteten die Bewohner in der Bibrastraße 6 ein neues Gemeindezentrum ein, denn die Hauptsynagoge in der Domerschulstraße und die jüdische Schule im Gemeindehaus dahinter waren verwüstet und beschlagnahmt worden.
Für 272 Menschen war die Bibrastraße 6 die letzte Wohnstätte vor ihrer Deportation.
Abfertigungsort für die Deportation in den Tod
In dem Gebäude wurden am 17. Juni 1943 64 Juden und Jüdinnen vor dem Gang zum Hauptbahnhof kontrolliert und abgefertigt. Von den Deportierten hatten zuletzt 59 hier in der Bibrastraße 6 gewohnt. 57 Personen wurden nach Auschwitz deportiert und dort sofort ermordet. Von den letzten 64 Deportierten überlebte nur eine Frau.
Bis heute fehlt ein Hinweis am Gebäude darauf.

Eingang der Bibrastraße 6
Ausgewählte Biografien von Bewohnern der Bibrastrasse 6

Max Ansbacher – Jugendlicher, der den Holocaust überlebt hat
Annemarie Ehrenbacher – Jugendliches Opfer des Holocaust
Selig Steinhäuser – Lehrer der Israelitischen Volks- und Berufsschule in Würzburg
Rosa Massenbacher – Hausangestellte und Dienstmädchen
Lilly Kahn
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