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Arbeitshilfen Inklusion – Euer 10 Punkte Turbo zum Anfangen
Inhaltsverzeichnis
Dieser JAm ist in Zusammenarbeit zwischen Kreisjugendring Aschaffenburg und Stadtjugendring Aschaffenburg entstanden. Er ist das digitale Handout zum Onlineworkshop „Jugendarbeit inklusiv“ – Rahmenbedingungen schaffen und Angebote aktiv gestalten“ im Rahmen der JAm-Onlineworkshop-Reihe „Jugendarbeit inklusiv“.

Unser gesetzlicher Auftrag
Novellierung SGB VIII – Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG)
§11 Abs. 1
Junge Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebot der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbst-bestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen. Dabei sollen die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit der Angebote für junge Menschen mit Behinderungen sichergestellt werden.
Diese Sollbestimmung ist die Grundlage für unsere Arbeit.
Wünsche von Jugendlichen mit Behinderung an die Jugendarbeit
Ergebnisse einer Befragung der Lebenshilfe von Jugendlichen mit geistigen Behinderungen (12 – 19 Jahren) zu ihrem Freizeitverhalten und Interessen/Wünschen:
- Subjektive Bedeutung von Angeboten: Das Knüpfen von Freundschaften und der Austausch mit Peers sind zentral; Wunsch neue Angebote zu testen ist groß, aber Jugendliche kennen die Angebote im Sozialraum kaum; „Eigene Orte“ und Rückzugsräume genutzt/gewünscht
- Hindernisse & Öffner beim Zugang: Wohnort & Mobilität ist wichtig für Zugang; Zugang hängt maßgeblich von Eltern ab; Zugang durch Peers & Geschwister; Wissen über Möglichkeiten als entscheidender Faktor
- Erleben von Partizipation und Selbstbestimmung: selbstbestimmt agieren & ihnen werden Möglichkeiten der Partizipation geboten; Digitale Medien scheinen für selbstbestimmte Freizeit von hoher Bedeutung zu sein; Freizeit ist v.a. die Zeit ohne Erwachsene & Begleitung
Genauere Infos zu den Ergebnisse und abgeleitete Handlungsempfehlungen s. PDF:
10-Punkte-Turbo
10 schnelle Tipps für deine Gruppe für den Start: PDF 10 Punkte Turbo
Inklusive Veranstaltungsplanung

Impulsfragen für eine inklusive Veranstaltungsplanung:
- Einladung & Anmeldung: Erfahren die Leute schon in der Ausschreibung, wie es vor Ort mit der Barrierefreiheit aussieht? Fragen wir bei der Anmeldung gezielt nach Bedarfen (z. B. Allergien, Mobilität, Gebärdensprache)?
- Der Weg zum Event: Wie kommen die Teilnehmenden zum Veranstaltungsort? Ist der ÖPNV barrierefrei? Gibt es einen Shuttleservice oder Unterstützung bei der Anreise?
- Räumlichkeiten (Der „Stufen-Check“): Kommen alle überall hin? Gibt es eine rollstuhlgerechte Toilette? Gibt es Rückzugsräume bei Überreizung (Ruheraum)?
- Kommunikation vor Ort: Nutzen wir das „Zwei-Sinne-Prinzip“ (Informationen zum Hören UND zum Lesen)? Ist die Beschilderung klar und kontrastreich?
- Verpflegung: Haben wir verschiedene Ernährungsbedarfe im Blick? Ist das Buffet für alle (auch für Menschen im Rollstuhl oder mit Sehbehinderung) gut zugänglich und beschriftet?
- Programmgestaltung: Sind die geplanten Methoden so flexibel, dass jede/r mitmachen kann? (z. B. Spielregeln anpassen, alternative Aufgaben anbieten).
Checklisten zum Download
- Der Paritätische Hessen: PDF Checkliste Barrierearme Veranstaltungen
- Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit BKB: PDF Handreichung Barrierefreiheit
- PDF UN-BRK_Checkliste_barrierefreie_Veranstaltungen
- PDF Checkliste_Barrierefreie-Veranstaltungen_Blog
- PDF Checklist_KV
Inklusive Gruppenstunde

Impulsfragen für eine inklusive Gruppenstunde
- Gruppenstunde „wie immer“ Wie sieht eine gewöhnliche Gruppenstunde/Training/Probe in meinem Verein/Verband aus? (Zeit, Ort, Raum, Gruppengröße, Alter, Geschlecht, Thema/Inhalt, Betreuungsschlüssel usw.)
- Handicaps und Besonderheiten Welche Handicaps oder Besonderheiten bringen die Teilnehmenden mit bzw. welche Handicaps oder Besonderheiten könnten Teilnehmende mitbringen?
- Informieren Was weiß ich über diese Handicaps oder Besonderheiten? Wo kann ich mich darüber informieren? Wer kann mir weiterhelfen?
- Auswirkung auf die Gruppenstunde Welche Aktionen/ Inhalte/ Themen/ Strukturen/ Gegebenheiten könnten von den Handicaps bzw. Besonderheiten der Teilnehmenden betroffen sein?
- Modifikation der Gruppenstunde Wie kann ich die Aktionen/ Inhalte/ Themen/ Struktur so gestalten, dass ich den verschiedenen Anforderungen möglichst gut gerecht werde? Welche Modifikationsmöglichkeiten sehe ich?
Gibt es etwas, das nicht verändert werden kann? Wo sehe ich Schwierigkeiten/ Grenzen der Modifikation? - Räumlichkeiten Welche Gegebenheiten müssen berücksichtig und ggf. angepasst/verändert werden (Zeit, Ort bzw. Räumlichkeiten).
Inklusiver Verband

Impulsfragen für einen inklusiven Verband:
- Wer ist (nicht) da? Schaut euch eure aktuelle Mitgliedschaft oder die Aktiven an. Wer fehlt? Welche Gruppen von Jugendlichen werden bisher nicht angesprochen?
- Öffentlichkeitsarbeit: Wie barrierearm ist unsere Kommunikation? (z. B. Website, Social Media, Flyer in einfacher Sprache, Bilder, auf denen Vielfalt sichtbar ist).
- Barrierefreiheit im Kopf: Wie offen ist unsere Vereinskultur? Gibt es Vorbehalte oder Ängste im Team/Vorstand gegenüber Inklusion? Wie können wir diese abbauen?
- Partizipation: Können junge Menschen mit Behinderung bei uns auch Verantwortung übernehmen (z. B. als Gruppenleitung oder im Vorstand)? Welche Hürden stehen dem im Weg?
- Vernetzung: Arbeiten wir bereits mit Organisationen der Behindertenhilfe oder Selbstvertretungsgruppen zusammen? Wo könnten wir uns Unterstützung holen?
- Finanzen: Gibt es in unserem Budget Spielraum für Inklusion (z. B. für Gebärdensprachdolmetscher, Assistenz oder technisches Equipment)?
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