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Georg-Häfner-Platz

Ein kleiner Platz in der Bockgasse erinnert heute an Georg Häfner und sein Schicksal. Er befindet sich in der Nähe seines Geburtshauses, welches in der Unteren Bockgasse 1 lag.

Georg Häfner war ein Würzburger Priester, der sich aus christlicher Überzeugung den Ansprüchen des NS-Regimes widersetzte. 1941 wurde er von der Gestapo verhaftet und starb 1942 im Konzentrationslager Dachau.

Georg Häfner – Widerstand aus christlicher Überzeugung

Georg Häfner wurde am 19. Oktober 1900 in Würzburg geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Nach dem Theologiestudium in Würzburg wurde er 1924 zum Priester geweiht und wirkte ab 1934 als Pfarrer in Oberschwarzach. Dort geriet er wegen seiner klaren Haltung in Konflikt mit dem NS-Regime, das er in Predigten immer wieder anprangerte.

Seine Predigten wurden überwacht, und schließlich verhängten die NS-Behörden im August 1941 gegen ihn ein Schulverbot. Die Gestapo betrachtete ihn als Gegner, weil er sich in seiner Tätigkeit als Priester nicht den politischen Vorgaben des Regimes unterordnete.

Häfners Haltung lässt sich dabei nicht ohne Weiteres mit dem organisierten politischen Widerstand gleichsetzen. Sein Widerstand erwuchs vor allem aus seinem christlichen Glauben und seinem Verständnis des Priesteramtes. Er hielt an religiösen und moralischen Überzeugungen fest, auch wenn diese mit den Forderungen des NS-Staates kollidierten.

Der Konflikt mit dem NS-Regime

Zum entscheidenden Konflikt kam es 1941. Ein schwer erkranktes NSDAP-Mitglied aus Häfners Gemeinde bat darum, die Sterbesakramente zu empfangen. Häfner war dazu bereit, verlangte jedoch eine kirchliche Klärung der Lebenssituation des Mannes. Dieser hatte nach einer Scheidung ein zweites Mal standesamtlich geheiratet. Nach dessen Tod erläuterte Häfner bei der Beerdigung die kirchliche Position öffentlich. Das führte zu einer Denunziation und verschärfte die bereits bestehende Verfolgung durch Partei und Gestapo.

Gestapo Aufnahmen von Häfner

Vor der Würzburger Gestapo verteidigte Häfner seine Entscheidung ausdrücklich als Gewissensentscheidung:

„Für mich war maßgeblich, daß sich der Tote mit der Kirche ausgesöhnt hatte und nunmehr kirchlich beerdigt werden konnte … Auch darüber lasse ich mir keine Vorschriften machen, ob ich die Erklärung bekanntgeben durfte oder nicht.“

Diese Aussage verdeutlicht den Kern seines Widerstands: Häfner beanspruchte gegenüber dem totalitären Staat einen Bereich des Gewissens, des Glaubens und der kirchlichen Verantwortung, über den die NS-Behörden seiner Auffassung nach nicht verfügen konnten.

Von Würzburg nach Dachau

Am 30. Oktober 1941 stellte sich Häfner bei der Gestapo in Würzburg und wurde unmittelbar festgenommen. Die Behörden warfen ihm unter anderem „Missbrauch des priesterlichen Amtes“, „Verhetzung der Bevölkerung“, Beeinflussung der Jugend und die Schädigung des Ansehens von Partei und Staat vor.

Am 12. Dezember 1941 kam Häfner in das Konzentrationslager Dachau. Dort erhielt er die Häftlingsnummer 28856 und wurde im sogenannten Priesterblock 26 untergebracht. Er war Misshandlungen, Hunger und schwerer körperlicher Arbeit ausgesetzt. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend. Häfner starb schließlich am 20. August 1942, nur 41 Jahre alt, an den Folgen der Haftbedingungen.

Häfners Widerstand bestand nicht in bewaffnetem Kampf oder einer politischen Verschwörung. Er zeigte sich vielmehr darin, dass er trotz Überwachung, Drohungen und schließlich Verhaftung an seinen Überzeugungen festhielt.

2011 wurde Georg Häfner im Würzburger Kiliansdom seliggesprochen. Für Häfner gibt es in Würzburg verschiedene Erinnerungen: Eine Gedenktafel am Priesterseminar in der Domerschulstraße), eine Häfnerstraße, ein Georg-Häfner-Platz und ein Stolperstein direkt vor dem Neumünster.

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