Homosexueller Künstler aus Würzburg
Georg Kleider – Verfolgt als Homosexueller
Georg Kleider
Georg Kleider war ein erfolgreicher Gastwirt in Würzburg, der das traditionsreiche Lokal „Zum Goldenen Fass“ in der Semmelstraße 13 führte.
Aufgrund seiner Homosexualität und seiner öffentlich geäußerten Kritik am NS-Regime geriet er in das Visier der Würzburger Gestapo. Nach seiner Festnahme auf Basis des Paragrafen 175 wurde er in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt.
Dort musste er den „Rosa Winkel“ tragen und starb am 15. Oktober 1941 unter den brutalen Haftbedingungen.
Seit dem Jahr 2006 erinnert ein Stolperstein vor seinem ehemaligen Wirkungskreis Semmelstrasse 13.

Verfolgung homosexueller Männer nach § 175
Die systematische Verfolgung homosexueller Menschen im Nationalsozialismus basierte auf der rassenhygienischen und patriarchalen Ideologie der Nationalsozialisten, wobei das Regime in Würzburg wie im gesamten Reich mit unerbittlicher Härte gegen jede Abweichung von der heteronormativen Norm vorging.
Schwule Männer galten den Nationalsozialisten als „Volksfeinde“, da sie die Geburtenrate gefährdeten und sich der geforderten „männlichen Leistungsfähigkeit“ entzogen.
Der NS-Staat verschärfte ab 1935 den § 175 massiv, weitete den Straftatbestand aus und machte selbst Küsse oder Berührungen zwischen Männern strafbar; bis 1945 wurden rund 50.000 Menschen nach § 175 verurteilt, zwischen 10.000 und 15.000 Männer wurden in Konzentrationslager deportiert und mussten dort den „Rosa Winkel“ tragen.
Verfolgung anderer queerer Menschen
Lesbische Frauen wurden nicht systematisch über den § 175 erfasst, galten aber als „asozial“ und wurden unter Vorwänden wie „Unzucht“ überwacht und schikaniert.
Ihre Verfolgung ist noch nicht so anerkannt und erforscht, wie die der Männer.
Andere queere Menschen, die sich der binären Geschlechterzuteilung widersetzten, wie z.B. Ilse Trotzke aus Würzburg, wurden auch verfolgt und in Konzentrationslager gebracht.
Eye-Able® visuelle Hilfe