Interview über die Lebenshilfe Disco/offener Treff im JuZ.
Best Practice: SMV-Jugendarbeits-Kooperation
Das ist unsere Best-Practice-Reihe.
Hier zeigen wir inklusive Projekte.
Die Projekte sind von Organisationen in Unterfranken.
Wir fragen die Projekte zum Beispiel:
- Wie erfahren Kinder und Jugendliche mit Behinderung von euren Projekten?
- Welche Betreuung leistet ihr?
- Warum ist inklusive Jugendarbeit für alle besser?
Viel Spaß beim Lesen!
Interview mit der SMV-Jugendarbeits-Kooperation

Aktuellster Projektzeitraum: Seit über 13 Jahren
Ansprechpartner: Städtische Jugendarbeit/Jugendzentrum Marktheidenfeld und St. Kilian-Schule + St. Nikolaus-Schule in Marktheidenfeld (Förderzentren)
Bitte beschreibe das Projekt kurz
Die Schülermitverantwortungen (SMVen = engagierte Schüler*innen) und Verbindungslehrkräfte aller weiterführenden Schulen in Marktheidenfeld (FOS BOS, Mittelschule, Realschule, Gymnasium, St. Nikolaus- und St. Kilian-Schule) treffen sich regelmäßig mit der städtischen Jugendarbeit Marktheidenfeld, um gemeinsam Aktionen zu planen und durchzuführen.
Aktiv dabei sind die SMVen der St. Kilian- und der St. Nikolaus-Schule, zwei Förderzentren.
Die Ziele der Kooperation sind, durch gemeinsame Projekte einen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen unter den verschiedenen Schulen zu leisten und Toleranz füreinander zu fördern, die Vernetzung zwischen den Schulen und auch den Schüler*innen zu stärken sowie die gemeinsamen Aktionen öffentlich bekannt zu machen.
Hierzu finden ca. fünf bis sechs gemeinsame Treffen pro Schuljahr an abwechselnden Orten (Jugendzentrum und Schulen) statt, welche von der städtischen Jugendarbeiterin koordiniert und moderiert werden. In den Treffen werden Informationen ausgetauscht und die gemeinsamen Aktionen geplant:
- Schulübergreifende Weihnachtspost
- Beteiligung an der Weihnachtstrucker-Aktion der Johanniter
- Schulübergreifende Valentinstagsrosenaktion
- Unterschiedliche SMV-Großaktionen (z.B. Spendenlauf, Völkerballturnier für die Unterstufen)
- Schulübergreifende SMV-Schülerdisco für die Unterstufen
Die Jugendarbeiterin schreibt ein Protokoll. Die Aktionen werden an den Schulen weiter vorbereitet, beworben und dann durchgeführt. Je nach Aktion erfolgt die Durchführung gemeinsam mit den anderen Schulen und/oder der Jugendarbeit.
Was funktioniert in der AG besonders gut?
Die Schüler*innen und Verbindungslehrkräfte der verschiedenen Schulen lernen sich durch die gemeinsamen Treffen untereinander kennen und lernen auch die Räume und die Ausstattung der verschiedenen Schulen und des Jugendzentrums sowie das Team der städtischen Jugendarbeit kennen. Hierdurch kommt es immer wieder vor, dass Schüler*innen der SMV, insbesondere der Förderschulen, zu neuen Besucher*innen des JUZ werden.
Bei den Treffen und den gemeinsamen, schulübergreifenden Veranstaltungen kommen viele Schüler*innen der unterschiedlichen weiterführenden Schulen zusammen. Dadurch entsteht Austausch, mehr Verständnis füreinander, es ergeben sich vielfältige Berührungspunkte und manchmal auch Freundschaften.
Gab es Schwierigkeiten bei der inklusiven Umsetzung? / Wie wird das Projekt von Jugendlichen mit Behinderung angenommen?
In den Treffen und bei der Umsetzung der meisten Veranstaltungen gibt es weniger Schwierigkeiten. Einzelne Veranstaltungen der SMV sind für manche Jugendliche mit Behinderung weniger gut zugänglich, je nach Art der Behinderung (z.B. Völkerballturnier, SMV-Schülerdisco). Hier versuchen wir, Freundschaftsspiele oder eine anderweitige Einbindung zu ermöglichen (z.B. Betreuung des Eisverkaufs).
Von Jugendlichen mit Behinderung werden die Aktionen i.d.R. sehr gut angenommen. Die Förderschulen sind an allen gemeinsamen Projekten aktiv beteiligt.
Hat dich etwas überrascht? / Worauf bist du besonders stolz?
Was mich sehr freut, ist, dass in der SMV-Jugendarbeits-Kooperation viele Schülersprecher*innen und Verbindungslehrkräfte regelmäßig zusammenkommen und konstruktiv miteinander Aktionen planen – jede*r übernimmt je nach Fähigkeit Aufgaben und alle Schulen tragen etwas bei.
Besonders schön zu sehen ist, wenn während den Aktionen die Schüler*innen miteinander in Kontakt kommen und auch neue Bekanntschaften über die jeweilige Schulform hinaus entstehen, die sich sonst vielleicht nicht ergeben hätten.
Warum ist die Arbeit mit Jugendlichen mit Behinderung so gewinnbringend für dich?
Es werden weitere Berührungspunkte zwischen Menschen mit und ohne Behinderung geschaffen, welche dazu beitragen, dass etwaige Hemmschwellen oder Vorbehalte verringert werden, die Situation immer alltäglicher wird und das Verständnis füreinander steigt.
Im Jugendzentrum unterscheiden wir nicht nach Klientel mit oder ohne Einschränkung und die Jugendlichen der Förderschulen haben so die Möglichkeit das Jugendzentrum kennen zu lernen und bei Interesse auch gerne eigenständig zu besuchen.
Außerdem bieten die Kooperationsarbeit und der Kontakt mit den Jugendlichen mit Behinderung eine erfrischende Abwechslung, es bringt oft neue Perspektiven und wir als Team haben auch immer sehr viel Spaß bei den Veranstaltungen.
Vielen Dank, dass du euer Projekt mit uns geteilt hast! ❤
Eye-Able® visuelle Hilfe
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