Xaver Knaup – Hauptverantwortlicher für das Novemberpogrom
DenkOrt Deportationen – Hauptbahnhof Würzburg
Der „DenkOrt Deportationen 1941–1944“ auf dem Würzburger Bahnhofsvorplatz ist eine zentrale, unterfränkische Holocaust-Gedenkstätte, die im Juni 2020 eingeweiht wurde.
Sie erinnert an die über 2.000 jüdischen Männer, Frauen und Kinder, die von den Nationalsozialisten aus Würzburg und ganz Unterfranken in die Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt wurden.
Erinnerung an die Deportationen
Zwischen November 1941 und Juni 1943 starteten die systematischen Deportationszüge der Region vor allem vom nahegelegenen ehemaligen Güterbahnhof Aumühle sowie direkt vom Würzburger Hauptbahnhof. Nur rund 60 der verschleppten Menschen überlebten den Holocaust.
Das gestalterische Konzept
Die grundlegende Idee des Denkmals basiert auf einem partizipativen und dezentralen Konzept des Erinnerns, das die Stadt Würzburg untrennbar mit den Landgemeinden verbindet. Es soll bewusst an einem belebten, alltäglichen Knotenpunkt ein unübersehbares Zeichen gegen das Vergessen und den Hass setzen.
Die Gedenkstätte wurde nach einem Entwurf des Würzburger Architekten Matthias Braun realisiert und zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
Ansammlung von Gepäckstücken
Auf niedrigen, dunklen Betonquadern sind Dutzende stilisierte Koffer, Rucksäcke, Körbe und Deckenrollen dauerhaft abgestellt. Sie symbolisieren das letzte Hab und Gut, das den Menschen vor ihrer Ermordung blieb.

Materialvielfalt
Die Nachbildungen bestehen aus unterschiedlichsten Materialien wie Stein, Metall, Holz, Keramik oder Beton. Viele wurden von Jugendlichen und Schulen aus der Region individuell gestaltet.

Das Prinzip der „Zwillingskoffer“
Jede der 47 ehemaligen jüdischen Kultusgemeinden Unterfrankens steuert zwei identische Gepäckstücke bei. Ein Koffer steht zentral am Würzburger Hauptbahnhof, das Gegenstück verbleibt als lokales Mahnmal im jeweiligen Heimatort.
Zwilligskoffer des DenkOrts in der Spiegelstrasse
Schilder der Identität
Jedes Objekt auf dem Platz trägt ein einheitliches Schild mit dem Namen der Herkunftsgemeinde, wodurch die historische Dimension der Vertreibung im gesamten Landkreis sichtbar wird.

Auch heute noch müssen viele jüdische Einrichtungen und Gedenkstätten vor Gewalt und Beschädigung geschützt werden.

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