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Georg Friedrich Hornung – organisierter Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Georg Friedrich Hornung

Vor dem Haus Sophienstraße 9 in der Würzburger Sanderau erinnert ein Stolperstein an Georg Friedrich Hornung. Das Haus war sein letzter Wohnsitz in Würzburg.

Auf dem Stein sind die letzten Stationen seines Lebens festgehalten: seine Verhaftung beziehungsweise Auslieferung 1941, die Haft in Berlin-Moabit und sein Tod in der Gefängniszelle am 19. Mai 1942.

Kommunist und politischer Aktivist in Würzburg

Georg Friedrich Hornung wurde am 7. Mai 1891 in Würzburg geboren und erlernte den Beruf des Mechanikers. Im Ersten Weltkrieg diente er als Jagdflieger. Politisch schloss er sich anschließend der kommunistischen Bewegung an und wurde aktives Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).

Er war Soldatenratsvorsitzender, beteiligte sich 1919 an den revolutionären Ereignissen in Würzburg und hatte maßgeblichen Anteil an der Gründung der Würzburger KPD-Ortsgruppe. Später wurde er zum letzten politischen Leiter des KPD-Unterbezirks Würzburg vor der nationalsozialistischen Zerschlagung der Partei. 

Hornung gehörte damit schon vor 1933 zu den erklärten politischen Gegnern des Nationalsozialismus.

Das Bild zeigt Georg Friedrich Hornung als jungen Jagdtflieger.

Sabotage – Licht aus für Hitler

Eine besonders spektakuläre Aktion ereignete sich am 12. Oktober 1932, als Adolf Hitler zu einem großen Wahlkampfauftritt nach Würzburg kam. Während Hitler in der damaligen Ludwigshalle auftrat, unterbrach Hornung gemeinsam mit zwei Mitstreitern die Stromversorgung des Gebäudes. Beleuchtung und Lautsprecheranlage fielen aus und störten damit Hitlers Veranstaltung erheblich.

Flucht und Widerstand aus der Tschechoslowakei

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme 1933 floh Hornung in die Tschechoslowakei. Seine Flucht bedeutete jedoch keineswegs das Ende seiner politischen Tätigkeit. Von Prag und später vom KPD-Grenzsekretariat in Asch aus beteiligte er sich an der illegalen Arbeit der mittlerweile verbotenen Kommunistischen Partei für Nordbayern.

Gerade die Nähe zur deutschen Grenze machte diese Arbeit bedeutsam. Hornung half dabei, den Widerstand innerhalb Deutschlands mit Informationen und illegalem Material zu versorgen. Von der Tschechoslowakei aus belieferte er auch die Würzburger KPD mit verbotenen Zeitungen und Broschüren. Auf diese Weise blieb seine Widerstandstätigkeit unmittelbar mit seiner Heimatstadt verbunden.

Darüber hinaus gab Hornung Informationen über deutsche Militärstationierungen und militärische Baumaßnahmen an den tschechoslowakischen Nachrichtendienst weiter. Sein Widerstand ging damit deutlich über eine bloße politische Ablehnung des Nationalsozialismus hinaus. Er beteiligte sich aktiv an grenzüberschreitenden Strukturen, die gegen das NS-Regime arbeiteten.

Kampf im Spanischen Bürgerkrieg

Als Hornungs Aufenthaltsgenehmigung in der Tschechoslowakei 1936 auslief, ging er nach Spanien. Dort beteiligte er sich am Spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Gegner des Militärputsches von General Francisco Franco. Hornung wurde Kommandeur innerhalb der Internationalen Thälmann-Brigade, in der zahlreiche deutsche Gegner des Nationalsozialismus kämpften.

Nach dem Ende seines Einsatzes in Spanien gelangte Hornung nach Frankreich. Von 1938 bis 1941 wurde er dort in verschiedenen Internierungslagern festgehalten. Schließlich wurde er am 26. Juli 1941 an das Deutsche Reich ausgeliefert.

Gestapo, Volksgerichtshof und Tod in Berlin-Moabit

Nach seiner Auslieferung befand sich Hornung wieder in den Händen des Regimes, gegen das er seit Jahren gekämpft hatte. Nach langen Verhören durch die Gestapo im Landgerichtsgefängnis Nürnberg wurde er nach Berlin überstellt. Ihm wurde Landesverrat vorgeworfen; sein Fall sollte vor dem Volksgerichtshof verhandelt werden.

Der Prozess war für den 20. Mai 1942 angesetzt. Doch dazu kam es nicht mehr. Am Vortag, dem 19. Mai 1942, starb Georg Friedrich Hornung in seiner Zelle im Gefängnis Berlin-Moabit. Die genauen Umstände seines Todes konnten nicht geklärt werden.

Hornungs Widerstand war ausdrücklich politisch und organisiert. Er gehörte nicht zu den Menschen, die erst aufgrund einzelner Konflikte mit dem NS-Regime in Opposition gerieten. Bereits vor 1933 bekämpfte er die nationalsozialistische Bewegung, nach der Machtübernahme setzte er seine Tätigkeit aus dem Exil fort. Die Weitergabe illegaler Schriften, seine Tätigkeit in der kommunistischen Grenzarbeit und schließlich sein Einsatz in Spanien zeigen die verschiedenen Formen dieses Widerstands.

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