Hallo. Schön, Dich zu sehen!

Felix Fechenbach – Widerstand mit dem geschriebenen Wort

Felix Fechenbach

Felix Fechenbach wurde 1894 in Mergentheim geboren und kam noch im Jahr seiner Geburt mit seiner Familie nach Würzburg, wo er seine Kindheit und Jugend verbrachte. Felix Fechenbach besuchte hier vier Jahre lang die jüdische Elementarschule in der Domerschulstraße.

Die Domerschulstraße war zu dieser Zeit ein bedeutender Ort des jüdischen Lebens in Würzburg. Hier befanden sich die Hauptsynagoge und Einrichtungen jüdischer Bildung. Die Israelitische Volksschule war damit nicht nur Fechenbachs Schulort, sondern Teil eines jüdischen Bildungs- und Gemeindelebens, das später durch die Nationalsozialisten zerstört wurde.

Kindheit und Jugend in Würzburg

Fechenbach wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Sein Vater Noe Fechenbach betrieb eine Bäckerei in der Ursulinergasse 2, wo die Familie zunächst lebte. Nach dem Besuch der jüdischen Schule in der Domerschulstraße wechselte Felix Fechenbach auf die Werktagsschule in Heidingsfeld. Anschließend absolvierte er in Würzburg eine kaufmännische Ausbildung.

Schon als junger Mann kam Fechenbach mit der Arbeiterbewegung in Berührung. Sein politisches und gesellschaftliches Engagement entwickelte sich früh und sollte seinen weiteren Lebensweg bestimmen.

Vom Gewerkschafter zum politischen Aktivisten

Fechenbach engagierte sich in der Arbeiterbewegung und gehörte 1917 zu den Gründungsmitgliedern der USPD. Nach dem Ersten Weltkrieg beteiligte er sich an den revolutionären Ereignissen in Bayern. Der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner machte ihn zu seinem persönlichen Sekretär. Fechenbach gehörte außerdem dem Arbeiter- und Soldatenrat sowie dem provisorischen Nationalrat Bayerns an.

Das Bild zeigt Felix Fechenbach (stehend) mit Eisner bei einer Demonstration am 16. Februar 1919

Felix Fechenbach (stehend) mit Eisner bei einer Demonstration am 16. Februar 1919

Nach der Ermordung Eisners im Jahr 1919 blieb Fechenbach politisch und publizistisch aktiv. 1922 wurde er in der sogenannten „Fechenbach-Affäre“ wegen Landesverrats zu elf Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Das Urteil löste erhebliche öffentliche Kritik aus. Fechenbach wurde 1924 begnadigt; später wurde das Urteil in einem Wiederaufnahmeverfahren aufgehoben.

Widerstand als Journalist

Besonders deutlich wurde Fechenbachs Widerstand gegen den aufkommenden Nationalsozialismus durch seine journalistische Arbeit. Von 1929 bis 1933 arbeitete er in Detmold als Redakteur des sozialdemokratischen „Volksblatts“. Dort nutzte er die Zeitung, um über die Nationalsozialisten aufzuklären und ihre Politik öffentlich anzugreifen.

Dabei setzte Fechenbach auch Satire ein. In seinen Artikeln griff er die NSDAP und ihre Funktionäre an und machte Interna und Widersprüche der nationalsozialistischen Bewegung öffentlich. Diese Verbindung aus Recherche, politischer Kritik und satirischer Zuspitzung machte ihn für die Nationalsozialisten zu einem bekannten und verhassten Gegner.

Sein Widerstand war vor allem ein Widerstand des geschriebenen Wortes. Als Journalist versuchte Fechenbach, Öffentlichkeit herzustellen, Informationen zu verbreiten und die nationalsozialistische Propaganda zu entlarven. Er tat dies zu einer Zeit, in der die NSDAP zunehmend mit Gewalt und Einschüchterung gegen ihre politischen Gegner vorging.

Verhaftung nach der Machtübernahme

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde Fechenbach sehr schnell verfolgt. Als jüdischer Journalist und politischer Gegner der NSDAP war er gleich in mehrfacher Hinsicht Ziel der Nationalsozialisten. Im März 1933 wurde er in sogenannte „Schutzhaft“ genommen.

Seine Verhaftung zeigt, wie schnell das Regime damit begann, kritische Journalisten und politische Gegner aus dem öffentlichen Leben zu entfernen. Für Fechenbach bedeutete dies den Verlust genau jener Freiheit, die für seine Arbeit entscheidend gewesen war: öffentlich zu informieren, zu kritisieren und politische Missstände beim Namen zu nennen.

Ermordung im August 1933

Am 7. August 1933 sollte Felix Fechenbach aus der Haft in Richtung Konzentrationslager Dachau gebracht werden. Im Kleinenberger Wald wurde der Transport unterbrochen. Anschließend behaupteten die Nationalsozialisten, Fechenbach sei „auf der Flucht erschossen“ worden. Tatsächlich wurde er von Angehörigen von SA und SS misshandelt und ermordet. Felix Fechenbach war damals 39 Jahre alt.

Damit gehörte er zu den frühen politischen Opfern der nationalsozialistischen Diktatur. Sein Schicksal zeigt, dass die gewaltsame Ausschaltung politischer Gegner bereits wenige Monate nach der Machtübernahme einsetzte.


Felix Fechenbach kämpfte nicht mit Waffen gegen die Nationalsozialisten. Sein wichtigstes Mittel war das Wort. Als Journalist informierte er, kritisierte und warnte er öffentlich vor der nationalsozialistischen Bewegung.

Wenn dir dieser Artikel gefällt, könnte auch das interessant für dich sein:

Wenn dir dieser Artikel gefällt, könnte auch das interessant für dich sein: