Michael Völkl – Hauptverantwortlicher für die Deportationen aus Unterfranken
Michael Völkl
Michael Völkl war als Kriminalinspektor, Leiter des Judenreferats und stellvertretender Dienststellenleiter der Gestapo Würzburg der zentrale Organisator und Hauptverantwortliche für die Deportation der jüdischen Bevölkerung aus Unterfranken (Mainfranken) während des Nationalsozialismus.
Wegen seiner kalten Effizienz und federführenden Rolle bei der Verschleppung von über 2.000 Menschen wurde er historisch auch als der „Eichmann Unterfrankens“ bezeichnet.
Ein Mitarbeiter sagte nach dem Krieg über ihn:
„Michael Völkl, Abteilungsleiter und stellv. Dienststellenleiter ist mir bekannt. Als ich 1938 zur Gestapo kam, war Völkl Abteilungsleiter und hatte das Referat Juden unter sich. Wie allgemein bei der Dienststelle bekannt, hat Völkl die Juden nicht gut behandelt. […]
Später, als die Juden aus Würzburg weg waren, war er eine Zeitlang Dienststellenleiter. […]
Seiner charakterlichen Veranlagung nach war Völkl ein skrupelloser Mensch. Er scheute sich nicht, in seinen Bekanntenkreis sich als König von Würzburg zu bezeichnen. Dieser Ausspruch von [sich] ist bezeichnend für seine Person und besagt alles. […]“
Seine Rolle bei den Deportationen
Die übergeordnete Gestapostelle Nürnberg-Fürth erteilte die Rahmenbefehle. Völkl übernahm die detaillierte logistische Detailplanung, die Erstellung von Deportationslisten sowie die operative Durchführung vor Ort.
Er instruierte das Wachpersonal und die Gestapo-Mitarbeiter direkt bei den Transporten, wie historische Aufnahmen dokumentieren.
Völkl bei der Instruktion der Einsatzkräfte.
Unter seiner Aufsicht leitete die Gestapo die systematische Enteignung. Dazu gehörten Leibesvisitationen, akribische Gepäckdurchsuchungen und das Eintreiben von Vermögenserklärungen der Opfer.
Zwischen November 1941 und Juni 1943 koordinierte er die Verschleppung von mindestens 2.063 jüdischen Männern, Frauen und Kindern aus Mainfranken. Die Routen führten in die Ghettos und Vernichtungslager im Osten.
Berichte von Zeitzeugen und Kollegen hielten fest, dass Völkl die jüdische Bevölkerung extrem schlecht behandelte. Er trieb die „Entjudung“ der Region mit fanatischem Pflichtbewusstsein voran.
Die Deportation aus der Sicht von Michael Völkl (Der Text ist fiktiv, beruht aber auch Fakten)
Nachkriegsgeschichte
Trotz der erdrückenden Beweise, Zeugenaussagen und erhaltener Fotodokumente der Würzburger Gestapo wurden die juristischen Verfahren gegen Michael Völkl und weitere Haupttäter in der Nachkriegszeit wiederholt eingestellt.
Literatur
- Organisator der Judendeportationen in Mainfranken und „König von Würzburg“: Michael Völkl von Herbert Schott, in: Täter Helfer Trittbrettfahrer, Bd. 19: NS-Belastete aus Unterfranken von Wolfgang Proske (Herausgeber), Kugelberg Verlag 2025.
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